Natascha Waniek, 19 Jahre (Ausbildung Hotelfachfrau)

Natascha Waniek, 19 Jahre (Ausbildung Hotelfachfrau)

Nicht nur die Vielseitigkeit der einzelnen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, sondern auch die kleinen und großen Herausforderungen motivieren Natascha und sorgen für ständige Abwechslung.

Name: Natascha Waniek
Alter: 19 Jahre
Ausbildung: Hotelfachfrau
Lehrjahr: 2. Lehrjahr
Unternehmen: Kranz Parkhotel in Siegburg

    
Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?
Die berühmteste Frage aller Fragen, die sicherlich jeder schon einmal beantworten musste. Oder vor der sehr viele keine Antwort wissen, weil sie nicht so recht wissen, was sie denn eigentlich darauf antworten sollen. Ist es doch die meist gestellte und wichtigste Frage überhaupt, die in einem jeden Vorstellungsgespräch vorkommt. Wie auch bei mir.
Um ehrlich zu sein, wusste ich es damals auch nicht so recht, denn mein Weg hin zu diesem Beruf war nicht einfach. Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes machen. Mein Traumberuf war der der Buchhändlerin. Ich wollte diesen Beruf unbedingt erlernen und war so sehr darauf fixiert. Ich hatte kein Plan B, keinen Alternativ Job, den ich damals toll fand. Doch als ich immer nur Absagen bekam, wurde mir klar, es muss ein Plan B her. Etwas, auf das ich ausweichen kann, das mir aber Spaß macht. Ich hatte aber keine Idee, welcher Beruf denn nun passen könnte. Deshalb besuchte ich eine „Beratungsstelle für Jugendliche, die noch keine Ausbildung haben“.

Man hat geschaut was ich so für ein Typ bin und welche Berufe denn passen könnten. Unter anderem wurde mit der Beruf der Hotelfachfrau vorgeschlagen, da er sehr abwechslungsreich ist. Ich war anfangs nicht sehr begeistert davon, habe dann aber einfach „auf Gut Glück“ Bewerbungen für eine Ausbildungsstelle an verschiedene Hotels geschickt, verbunden mit einem freiwilligen Praktikum. Für diesen Beruf habe ich mich letztlich entschieden weil mir das Praktikum sehr gefallen hat, weil ich Spaß an der Sache habe, die ich mache und auch weil mir klar geworden ist, dass einem nach der “Ausbildung Hotelfachfrau” die „Welt“ offen steht. Man kann sich in so unterschiedlichen Bereichen spezialisieren und weiterentwickeln und den Beruf überall auf der Welt ausüben, weil es ja nicht nur in Deutschland Hotels gibt.

Konntest du vor der Ausbildung bereits praktische Erfahrung im Gastgewerbe sammeln?
Bis auf das zweiwöchige Praktikum hatte ich keinerlei praktische Erfahrung im Gastgewerbe. Was für mich jetzt allerdings ein kleiner Nachteil ist. Ich muss alles von Anfang an und klein auf lernen.
Insbesondere das Kellnern im Restaurant und bei Veranstaltungen.

Wie lief bei dir der Bewerbungsprozess ab?
Natürlich war ich total aufgeregt. Und das ist, glaube ich, jeder vor einem Bewerbungsgespräch. Allerdings  sollte man dennoch versuchen nicht zu verkrampft zu sein und offen mit der Situation umzugehen. Ich habe offen zugegeben, dass ich etwas nervös bin, weil es mein erstes Bewerbungsgespräch in einem Hotel war. Und ich glaube auch, dass es meine Offenheit, mein Selbstvertrauen und meine Freundlichkeit waren, die unter anderem dafür gesorgt haben, dass ich sehr sehr schnell die Zusage für den Ausbildungsplatz bekommen habe.

Welche persönlichen und fachlichen Voraussetzungen sind deiner Meinung nach die wichtigsten in diesem Ausbildungsberuf?
Ein Beruf im Gastgewerbe ist kein Zuckerschlecken. Man muss anfassen können und belastbar sein. Denn die unterschiedlichen Arbeitszeiten, häufige Überstunden und mehr oder weniger harte Arbeit ( stundenlanges Stehen und Gehen, tragen von schweren Sachen, immer freundlich sein auch wenn man auf deutsch gesagt ein verdammt beschissenen Tag erwischt hat ) ist nicht für jedermann geschaffen. Außerdem braucht man ein Händchen im Umgang mit Gästen. D.h.  egal wie man drauf ist, freundlich sein, auf die Wünsche von Gästen eingehen und vor allem: die Wünsche der Gäste schon vorher erkennen, bevor der Gast diesen Wunsch ausgesprochen hat! Das ist nicht immer einfach und ich gebe zu, ich kann es auch (noch) nicht. Aber das braucht Übung und Zeit. Kurz gesagt, man braucht eine gesunde Portion Menschenkenntnisse.

Wie häufig gehst du zur Berufsschule?
Im ersten Lehrjahr bin ich noch zwei Tage zur Berufsschule gegangen. Jetzt im zweiten ist es nur einmal die Woche. Allerdings werde ich Projekttage haben, wo man für eine ganze Woche in die Schule geht und an unterschiedlichen Workshops teilnimmt.

Würdest du den Beruf weiterempfehlen?
Für alle, die beruflich weit kommen möchten, die international erfolgreich werden wollen und für alle, die es lieben andere Menschen glücklich zu machen. Für all diese Leute lege ich diesen Beruf sehr ans Herz. Er ist super vielseitig, weil man sich nach der Ausbildung in so viele unterschiedlichen Bereichen weiterentwickeln und spezialisieren kann. Oder man geht einen anderen Weg und wird Flugbegleiterin oder Kaufmann für Veranstaltungen.

Welchen Tipp hast du für Schüler, die sich für diese Ausbildung interessieren?  
Wenn ihr diesen Beruf wirklich machen wollt, wenn ihr in diesem Beruf wirklich Erfolg haben wollt und nach der Ausbildung evtl. sogar international durchstarten möchtet, dann gebe ich euch einen Tipp. Durchbeißen. Der Beruf ist wirklich nicht einfach. Und ich sag das nicht einfach nur so. Kämpft für euer Glück und haltet durch. Denn in der Hälfte der Ausbildung habe sehr viele ein Hänger und wollen und oder können einfach nicht mehr.
Und noch eine Tipp gebe ich euch. Passt sehr gut in der Schule auf und macht immer mit. Die schulische Leistung macht mehr als die Hälfte der Abschlussprüfung aus. Und ganz besonders im ersten Lehrjahr müsst ihr aufpassen. Denn die Noten in den allgemeinen Fächern wie Deutsch und Religion bleiben 3 Jahre erhalten und finde sich dann auf dem Abschlusszeugnis wieder.