Ausbildung - Kenne deine Rechte

Damit in der Ausbildung keine bösen Überraschungen drohen, sollte man als Auszubildender seine Rechte kennen. Hier haben wir die wichtigsten Infos für euch zusammengefasst.


Ausbildungsvertrag

Im Ausbildungsvertrag, der von deinem Ausbilder und dir (und deinen Eltern, falls du noch nicht volljährig bist) unterschrieben wird, werden alle Pflichten und Rechte beider Parteien klar formuliert. Es gibt einige Punkte, die laut Gesetz in jedem Ausbildungsvertrag genau aufgeführt werden müssen:

  • Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung, insbesondere die Berufstätigkeit, für die ausgebildet werden soll
  • Beginn und Dauer der Berufsausbildung
  • Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
  • Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit
  • Dauer der Probezeit
  • Zahlung und Höhe der Vergütung
  • Dauer des Urlaubes
  • Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann
  • ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Berufsausbildungsverhältnis anzuwenden sind

Bevor du deinen Ausbildungsvertrag unterschreibst, solltest du also sichergehen, dass all diese Punkte im Vertrag aufgeführt werden. Auf einige Inhalte gehen wir im Folgenden näher ein.

 

Dauer der Ausbildung 

Die Ausbildungen in der Hotellerie/Gastronomie dauern in der Regel 3 Jahre. Die Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe bildet eine Ausnahme und wird in zwei Jahren durchlaufen. Unter besonderen Voraussetzungen kann eine Ausbildung auch verlängert oder verkürzt werden. Für eine Verkürzung der Ausbildung musst du zusammen mit deinem Ausbilder einen Antrag bei deiner zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) einreichen. Es ist hierbei auch möglich, mehrere Voraussetzungen miteinander zu kombinieren. Bei einer regulären Ausbildungszeit von 3 Jahren darf die verkürzte Zeit nicht weniger als 1,5 Jahre betragen. Die Mindestdauer für eine 2-jährige Ausbildung hingegen beträgt 1 Jahr.

Die Verlängerung der Ausbildungszeit beantragt man ebenfalls bei der IHK, welche sich damit im Anschluss an deinen Ausbilder wendet. Maximal ist eine Verlängerung um 1 Jahr möglich.

 

Vergütung während der Ausbildung 

Jedem Auszubildenden steht eine „angemessene“ Vergütung zu. Die Industrie- und Handelskammer ist dafür zuständig, entsprechende Richtwerte festzulegen, an die sich die Ausbildungsbetriebe halten müssen. Dein Ausbildungsgehalt muss von Jahr zu Jahr steigen und spätestens am letzten Arbeitstag eines Monats gezahlt werden.

Im Ausbildungsvertrag wird dein Brutto-Gehalt aufgeführt, wovon dann noch bestimmte Beiträge, wie z.B. Steuern und Sozialabgaben, abgezogen werden. Diese Abzüge und dein Netto-Gehalt (Endbetrag) kannst du der schriftlichen Lohnabrechnung entnehmen, welche du am Ende jeden Monats vom Ausbildungsbetrieb erhältst.

Fällst du einmal krankheitsbedingt für einen längeren Zeitraum aus und legst dafür ein ärztliches Attest vor, so ist dein Arbeitgeber verpflichtet dir bis zu 6 Wochen lang weiterhin dein Gehalt auszahlen. Nach Ablauf dieser Zeit zahlt dir in der Regel deine Krankenkasse ein Krankengeld, welches 70 – 90% deines Nettogehalts beträgt. Auch während der Berufsschulzeit oder während deines Urlaubs muss dir das Ausbildungsunternehmen weiterhin deine Vergütung zahlen. 

 

Kündigung des Ausbildungsvertrages

Die Ausbildung läuft ganz anders, als du dir vorgestellt hast und du möchtest lieber eine andere Ausbildung beginnen? Oder hast du auf der Arbeit mehrmals unentschuldigt gefehlt? In solchen Fällen können sowohl du als auch dein Ausbilder in der Probezeit (1-4 Monate) das Ausbildungsverhältnis ohne Angabe von Gründen jederzeit kündigen. Wichtig ist dabei, dass die Kündigung schriftlich erfolgt, andernfalls ist sie nicht rechtens. Eine Kündigungsfrist muss in der Probezeit nicht eingehalten werden.