Die Ausbildungsplatzsuche - Spiel mit gezinkten Karten?

Jedes Jahr verlassen hochqualifizierte, engagierte Menschen die Schulen in Deutschland. Sie haben sehr gute Abschlüsse sowie umfassendes Vorwissen im Gepäck und sind auf der steinigen Suche, nach einer geeigneten Ausbildung, die heutzutage der Besteigung des Himalayas gleichkommt und schnell mit einem Absturz enden kann.

Lange Wartezeiten auf Beantwortung der Bewerbungen und unfreundlich geführte Vorstellungsgespräche liefern ein deprimierendes Bild für die Berufseinsteiger, welches schnell zu Perspektivlosigkeit und Verzweiflung führen kann. Auch der Einsatz als bessere Sekretärin, die primär fürs Kaffeekochen und Ausdrucken zuständig ist, obwohl man doch eigentlich eine fundierte Ausbildung zur Hotelfachfrau absolvieren wollte, sind keine Seltenheit mehr. Einige Betriebe sehen Azubis als günstige Arbeitskräfte, die lediglich grob nebenbei ausgebildet werden. Dass dies dafür sorgt, dass Auszubildende eher abgeschreckt ans Werk gehen, ist keine Frage. Weitere Probleme, welche gerade das Gastgewerbe heimsuchen, sind lange Arbeitszeiten, unkoordinierte Dienstpläne, unkontrollierbare Einsätze an den Wochenenden oder Feiertagen, gepaart mit geringerer Bezahlung. Es ist kein Wunder, dass bundesweit ein Großteil der zu vergebenden Ausbildungsplätze im Gastbewerbe unbesetzt bleiben und der Fachkräftemangel die Branche auszeichnet, wie kaum eine Andere. Alarmierende Zahlen, auf welche die Hotellerie selbstverständlich reagieren muss.

Ein Stempel für die Katz?
Eine nunmehr beliebte Form der Schaffung von Wettbewerbsvorteilen der Unternehmen ist die Zertifizierung ihrer angebotenen Ausbildungen. Diese Gütesiegel werden für eine hervorragende Ausbildung oder auch gutbezahlte und organisierte Jobs verliehen. Sie sollen den Bewerber von der hohen Qualität der angebotenen Stelle überzeugen und ihm auf den ersten Blick die Gewissheit verleihen, dass es sich hier um eine gute, fundierte und gewissenhaft geleitete Stelle handelt. Doch, wie so oft, stellt man sich selbstverständlich auch bei dieser Art der Zertifizierung die Frage, ob sie von einer seriösen Stelle ausgestellt wurde, was sie besagt und ob man sich als Bewerber wirklich auf das Siegel verlassen kann.

Die „Exzellente Ausbildung“ in der Hotelbranche

Insbesondere in der Hotellerie existiert seit einiger Zeit das, vom Hoteldirektorenverband, ins Leben gerufene Label der „Exzellenten Ausbildung“. Hierbei handelt es sich um ein Etikett, welches speziell an jene Betriebe verliehen wird, die dafür sorgen, dass der junge Nachwuchs nach bestem Wissen und Gewissen ausgebildet wird. Die zertifizierten Hotels stehen für ein stets hohes, qualitatives Niveau und zeigen den engagierten Nachwuchskräften auf den ersten Blick, dass sie eine vorbildliche Vorbereitung auf den Beruf bieten und sich engagiert für ihre Aus- und Weiterbildung einsetzen. Dies ist auch eines der allgemeinen Ziele des Hoteldirektorenverbandes, welcher sich auf die Fahne geschrieben hat, durch ihre Aktivitäten den Nachwuchs der Hotellerie zu fördern.

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Berufsschulen, die über eine ähnliche Zertifizierung verfügen. In einem Stellenmarkt, auf dem auch heutzutage noch immer schwarze Schafe mit unseriösen Angeboten auftreten, kann ein solches Label dazu beitragen, die richtige Entscheidung zu fällen und sich nicht in eine Ausbildung zu stürzten, die sich wie ein nebulöses, schwarzes Loch vor einem auftut.

Speziell das Gütesiegel der „Exzellenten Ausbildung“ bietet den Auszubildenden eine verlässliche Orientierungshilfe und auch den Eltern die entsprechende Sicherheit, dass das Kind in guten Händen ist und die bestmögliche Ausbildung genießt. Auch eine transparente, vielschichtige Weiterbildung wird in diesen Betrieben sichergestellt. Bestmögliche Zukunftschancen sind natürlich inbegriffen ;-) Es ist kein Wunder, dass beispielsweise der beste Hotelfach-Azubi aus einem zertifizierten Hotel unserer Hauptstadt stammt.

Ihre Seriosität und Vertraulichkeit hat sich das HDV-Gütesiegel dadurch gesichert, das die Zertifikate, nur mit vorheriger Prüfung durch die DEKRA Certification GmbH aus Stuttgart, verliehen werden. Dabei handelt es sich um ein unabhängiges, akkreditiertes Unternehmen, welches mit über 6000 Experten bundesweit eines der führenden Zertifizierungsdienstleister ist und mit mehr als 80 Jahren Berufserfahrung glänzen kann. Durch die DEKRA werden qualitative Ansprüche weiterentwickelt und stetig verbessert. Mit Hilfe des Gütesiegels genießen auch die Hotels einen höheren Wettbewerbsvorteil, wie bereits bewiesen wurde. Ausgezeichnete Hotels hatten die Möglichkeit, trotz Fachkräftemangel, sämtliche Lehrstellen durch motivierte Azubis zu besetzen.

Welche Infos transportiert das Siegel?
Hotels, die das Zertifikat der „Exzellenten Ausbildung“ tragen dürfen, haben sich diese Auszeichnung, auch verdient, denn die Anforderungen für das Siegel sind mehr als einfach. Unter anderem zählen zu den Kriterien, die das Hotel erfüllen MUSS, dass beispielsweise alle notwendigen Abteilungen vorhanden sind, um den Azubi qualitativ hochwertig auszubilden. Außerdem muss dem Auszubildenden genügend Information über Organisation der Ausbildung, den Betrieb und die Mitarbeiter zugekommen sein. Die entsprechende Eignung des Ausbilders ist ebenfalls ein Pflichtkriterium, ebenso wie die kontinuierliche Absprache mit dem Azubi und die Dokumentation seiner Lernfortschritte. Die dazugehörigen, gesetzlichen Schulungen wie die Datenschutzunterweisung oder auch eine Brandschutz-Hygiene-Schulung müssen von dem Betrieb ebenfalls regelmäßig durchgeführt werden, genauso wie die effiziente Schulung von fachlichen, sprachlichen und persönlichen Kompetenzen des Lehrlings. Ebenso müssen Hilfestellungen geleistet und Maßnahmen ergriffen werden, wenn der Azubi Lerndefizite aufweist. Diese Punkte, die längst nicht alle nötigen Voraussetzungen umfassen, darf der Betrieb selbstverständlich nicht einfach so behaupten, sondern muss durch entsprechende Nachweise wie Gesprächsprotokolle, Zertifikate der Schulungen, Unterlagen der Ausbilder usw. gestützt werden.

Wer diese Hürde gemeistert hat, der kommt bei den SOLL-Kriterien an, die es ebenfalls in sich haben. Hier wird beispielsweise danach gefragt, inwieweit der Austausch zwischen Betrieb, Schule und Azubi funktioniert. Ebenso spielt es eine große Rolle, ob man hier als Azubi mitreden darf oder nicht: Werden die Urlaubswünsche akzeptiert? Wie ist die Bezahlung? Werden Verbesserungsvorschläge oder Kritik des Azubis wahrgenommen und umgesetzt? Durfte vor der Ausbildung ein Schnupperpraktikum durchgeführt werden, in welchem der Azubi die Möglichkeit hatte, Betrieb und Arbeit kennen zu lernen? Wird Berufskleidung gestellt und gereinigt? Wie läuft die Vorbereitung für Abschlussprüfungen ab und wann werden Dienstpläne ausgehängt? Auch hier werden natürlich von der DEKRA entsprechende Nachweise eingefordert, die das Gesagte untermauern können.

Man sieht also: wer dieses Zertifikat trägt, tut wirklich das Beste für seine Schützlinge und Schüler. Diejenigen, die sich hier um eine fundierte Ausbildung bemühen werden sicherlich nicht enttäuscht mit der Kaffeekanne und hängenden Schultern vor dem Chefsessel stehen.

Wer hat`s geschafft?
Einige Hotels haben es bereits geschafft und sind nun Anbieter einer „Exzellenten Ausbildung“. Dazu gehören beispielsweise das „Atlantic Hotel“ in Kiel, welches seine Auszeichnung im Oktober 2013 erhalten hat, das „Holiday Inn“ in Berlin City-West oder auch in Hamburg, das „Sheraton“ im schmucken Düsseldorf oder das „Leonardo Hotel“ in München, sowie einige Weitere. Diese könnt ihr hier nachlesen.

Viele, dieser qualifizierten Hotels haben außerdem gerade mehrere Jobs im Angebot, auf welche ihr euch direkt bewerben könnt und, wie das Zertifikat verspricht, eine schnelle Antwort erhalten solltet.

Wir drücken die Daumen, dass ihr eine hervorragende, fundierte Ausbildung erhaltet und eine bestmögliche innerbetriebliche Unterstützung genießt.