Ausbildung abbrechen - und was danach kommt

Ausbildung abbrechen - und was danach kommt
Du fühlst dich nicht oder nicht mehr wohl in deiner Ausbildung und bei deinem Ausbildungsbetrieb? Du weißt aber nicht, was du machen sollst, um dies zu ändern und würdest am liebsten alles hinschmeißen? Damit bist du nicht alleine. Durchschnittlich ca. 20% der Auszubildenden brechen Ihre Ausbildung vorzeitig ab. Je nach Berufsbild variiert diese Zahl jedoch.

In über 50% der Fälle wird die Ausbildung von den Azubis selber abgebrochen. Bei ca. 32% handelt es sich um eine Kündigung seitens des Arbeitgebers und in 11% der Fälle wird der Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst.

Gründe für einen Ausbildungsabbruch gibt es viele. Diese können natürlich auch persönlicher Natur sein, aber im Durchschnitt sind ca. 70% der Azubis mit den Bedingungen, die im Betrieb herrschen, nicht zufrieden. Hier spielen auch persönliche Konflikte mit Vorgesetzten oder anderen Mitarbeitern eine große Rolle. Natürlich kann es aber auch sein, dass du mit deinen Arbeitszeiten oder deinen Tätigkeiten so unzufrieden bist, dass du nur den Ausbildungsabbruch als Lösung siehst. In fast 50% der Fälle erfolgt ein Abbruch der Ausbildung aufgrund von gesundheitlichen Problemen der Azubis. Und rund ein Drittel ist mit der Wahl des Ausbildungsberufes unglücklich und hat keine Freude bei der Arbeit. Oft tritt auch das Gefühl auf, nicht wirklich etwas zu lernen, obwohl das ja Sinn und Zweck einer Ausbildung ist.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, deine Ausbildung abzubrechen, empfiehlt sich dies möglichst frühzeitig zu tun, um nicht zu viel Zeit zu verschenken. Rund 60% der Azubis brechen daher ihre Ausbildung im ersten Lehrjahr ab. Immer noch 25% im zweiten und rund 10% im dritten Lehrjahr. Ein Ausbildungsabbruch sollte immer der letzte Schritt sein. Bist du sicher, dass du es in deinem Ausbildungsbetrieb nicht länger aushalten kannst? Vielleicht nutzt ein klärendes Gespräch mit deinem Vorgesetzten etwas und lässt dich deine Meinung überdenken? Oder du kannst deine Lehrer in der Berufsschule um Rat fragen, sie helfen dir auch gerne weiter. Dafür ist es natürlich wichtig, dass du den Grund für deine Unzufriedenheit kennst und benennen kannst, ob es der Beruf an sich ist, der dich unzufrieden macht oder ob du den Beruf super findest, aber einfach mit deinen Ausbildern nicht zurecht kommst.

Bevor du deine Ausbildung abbrichst, ist es generell sehr wichtig, dass du dir einen Plan für die Zukunft überlegt hast. Möchtest du eine Ausbildung im selben Fach, nur in einem anderen Betrieb machen? Die Mitarbeiter der zuständigen Kammern unterstützen dich darin, einen neuen Betrieb zu finden. Oder soll es ein ganz anderer Beruf sein? Möchtest du vielleicht zurück in die Schule und deinen Schulabschluss verbessern? Oder doch vielleicht ein Studium beginnen? Vielleicht soll es auch ein Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr sein? Es gibt sehr viele Möglichkeiten, was du nach dem Abbruch deiner Ausbildung machen kannst. Diese Überlegungen sind für dein weiteres Leben elementar. Immerhin sind knapp 20% der Azubis, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, nachher arbeitslos. Sollte dies auch in deinem Fall passieren, solltest du dich auf jeden Fall arbeitslos melden. Hier hast du eine Chance auf Arbeitslosengeld – vorausgesetzt, du hast mindestens 12 Monate gearbeitet und den Abbruch der Ausbildung nicht selbst zu verschulden. Wichtig ist hier, dass du dich darum kümmerst, krankenversichert zu sein.

Wenn du deine Ausbildung abgebrochen hast, solltest du auf jeden Fall auch deine Ansprüche bei deinem alten Arbeitgeber geltend machen. Dir steht in jedem Fall ein Arbeitszeugnis zu. Du erhältst auch deine Lohnsteuerkarte und andere Arbeitspapiere zurück. Außerdem bekommst du bis zum letzten Tag dein Gehalt und dir müssen dein Resturlaub und deine Überstunden ausgezahlt werden. Bei diesen Punkten achtest du am besten sehr genau darauf, ob sich dein ehemaliger Chef daran hält, denn nur zu gern werden deine restlichen Ansprüche „vergessen“ oder ignoriert.